Katalog
Startseite
Merkzettel
0
Vergleich
0
Kontakt



Ein Perlenstickbild reinigen und pflegen

Ein Perlenstickbild reinigen und pflegen

Die kurze Antwort: Ein Perlenstickbild darf nicht gewaschen werden, es wird trocken gereinigt. Kreuzstich dagegen lässt sich waschen, und manchmal sollte man es sogar. Hier lesen Sie, wie sich die Pflege der beiden unterscheidet und was zu tun ist, wenn schon ein Fleck entstanden ist.

Warum Perlenarbeiten nie gewaschen werden

Der Grund sind nicht die Perlen selbst, denn Glas macht Wasser nichts aus. Das Problem ist alles andere an der Arbeit.

  • Die Leinwand. Kunstleinwand mit vollfarbig aufgedrucktem Motiv ist Druck auf Stoff. Langes Einweichen bekommt keinem Druck, und Schlieren im Hintergrund lassen sich nicht rückgängig machen.
  • Die Oberfläche der Perlen. Manche Perlen haben eine metallische, perlmuttartige Beschichtung oder einen Farbeinzug. Seifenwasser löst sie nicht sofort ab, die Reibung beim Waschen aber schon.
  • Die Spannung. Nasser Stoff läuft ein, und zwar ungleichmäßig: Dicht bestickte Bereiche verhalten sich anders als offener Hintergrund. Eine Arbeit, die vor dem Waschen flach lag, kommt wellig heraus.
  • Der Faden. Perlenarbeit ist dicht, durch jede Perle führt der Faden zwei- oder dreimal. Darin eingeschlossene Feuchtigkeit trocknet langsam, und genau daher kommt später ein Geruch.

Die Regel ist deshalb eindeutig: Eine Perlenarbeit wird nie nass gemacht. Nicht in der Maschine, nicht von Hand, nicht „schnell mal unter dem Wasserhahn“.

Trockenreinigung: so geht es

Die regelmäßige Pflege eines Perlenbildes beschränkt sich auf Staub und dauert alle ein bis zwei Monate zwei Minuten.

  1. Ein weicher Pinsel. Nehmen Sie einen sauberen Puderpinsel oder einen breiten Pinsel mit Naturborsten. Arbeiten Sie von oben nach unten, leicht, in Richtung der Stickerei und nicht dagegen.
  2. Ein Staubsauger mit Gaze. Für große Arbeiten: Spannen Sie ein Stück Gaze oder Nylon über die Düse, wählen Sie die niedrigste Stufe und halten Sie die Düse 2–3 cm von der Oberfläche entfernt, ohne sie zu berühren. Die Gaze verhindert, dass eine Perle abgesaugt wird, falls sich irgendwo ein Faden gelockert hat.
  3. Ein Blasebalg oder kalte Luft. Ein Gummiblasebalg für Objektive oder ein Föhn auf Kaltstufe bei niedriger Geschwindigkeit ist die sicherste Lösung für plastische Bereiche.

Was Sie nie tun: die Arbeit nicht an der Kante ausschütteln (dabei reißt der Faden am Rand des Motivs), nicht mit einem feuchten Tuch abwischen und keine Fusselrolle darüber rollen, denn die Rolle erfasst einzelne Perlen und reißt sie heraus.

Was tun bei Flecken

Das Wichtigste ist hier, nichts zu überstürzen. Ein Fleck, den jemand mit Wasser wegzureiben versucht hat, sieht fast immer schlimmer aus als ein Fleck, den man in Ruhe gelassen hat.

Die Reihenfolge

  1. Nehmen Sie den Überschuss trocken auf. Ist etwas verschüttet worden, tupfen Sie mit Küchenpapier ab, drücken statt reiben.
  2. Lassen Sie alles vollständig trocknen.
  3. Testen Sie am freien Rand der Leinwand, nicht am Motiv: ein kaum mit klarem Wasser angefeuchtetes Wattestäbchen, ohne Seife. Beobachten Sie, ob sich die Druckfarbe verändert.
  4. Hält der Druck, behandeln Sie den Fleck selbst mit dem Wattestäbchen, Stelle für Stelle, mit möglichst wenig Feuchtigkeit. Sofort trocken tupfen.
  5. Flach mit der Vorderseite nach oben bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Nicht auf der Heizung und nicht in der Sonne.

Staub und ein leichter Fettfilm lassen sich manchmal mit Stärke entfernen: Streuen Sie Maisstärke oder Talkum auf die Stelle, lassen Sie es zwei bis drei Stunden einwirken und bürsten Sie es vorsichtig ab. Die Methode wirkt nicht immer, aber sie ist trocken und damit unbedenklich für die Leinwand.

Was Sie nicht verwenden dürfen

  • Bügeleisen. Weder von vorn noch von hinten, auch nicht durch ein Tuch. Hitze zerstört die Oberfläche der Perlen, Druck lässt Perlen springen und drückt die Stickerei platt. Das ist der häufigste und teuerste Fehler.
  • Bleichmittel, Fleckentferner, Sauerstoffreiniger. Sie greifen Farbstoff an, und genau der ist auf die Leinwand gedruckt.
  • Alkohol, Aceton, Lösungsmittel. Sie lösen die Beschichtung von Perlen in Sekunden.
  • Heißes Wasser. Selbst warmes: Über 30 °C laufen Faden und Stoff ein.
  • Chemische Reinigung. Industrielle Lösungsmittel vertragen sich nicht mit beschichteten Perlen, und keine Reinigung übernimmt für ein solches Stück die Verantwortung.

Kreuzstich pflegen: den dürfen Sie waschen

Beim Kreuzstich ist es anders. Das Set enthält Aida-Stoff in der passenden Fadenzahl und Farbe, Stickgarn, eine Nadel und ein Zählmuster; es gibt keinen Druck über die ganze Fläche und keine Beschichtung, die sich auswaschen könnte. Eine fertige Arbeit lässt sich waschen, und das frischt sie oft sichtbar auf: In monatelanger Arbeit nimmt der Stoff Hautfett von den Händen auf.

Die Reihenfolge:

  1. In kühlem Wasser (bis 30 °C) 10–15 Minuten einweichen, mit einem Tropfen Babyshampoo oder milder Seife ohne Bleichmittel.
  2. Nicht reiben und nicht auswringen. Drücken Sie die Arbeit unter Wasser sanft zwischen den Handflächen, mehr nicht.
  3. In mehrmals gewechseltem Wasser spülen, bis das Wasser klar bleibt.
  4. Das Wasser durch Einrollen in ein Frotteehandtuch herausdrücken, dann mit der Vorderseite nach oben auf ein trockenes Handtuch legen.
  5. Feucht von links durch ein Baumwolltuch bei mittlerer Temperatur bügeln. Legen Sie die Arbeit dabei auf etwas Weiches, etwa ein gefaltetes Frotteehandtuch, damit die Stiche nicht platt gedrückt werden.

Ein Hinweis: Kräftiges Stickgarn, vor allem Rot und Dunkelblau, färbt manchmal ab. Testen Sie vor dem Waschen, indem Sie ein feuchtes weißes Tuch einige Sekunden an den Rand einer bestickten Fläche drücken. Bleibt eine Spur, waschen Sie kalt, schnell und separat.

Hat eine Kreuzsticharbeit Perlenakzente, gehört sie in die Kategorie Perlenarbeit: nicht waschen, nur trocken reinigen.

Eine unfertige Arbeit aufbewahren

Ein Projekt von sechs Monaten bedeutet sechs Monate, in denen die Leinwand ohne Rahmen lebt. Einige Gewohnheiten ersparen viel Ärger beim Fertigstellen.

  • Rollen, nicht falten. Wickeln Sie die Leinwand mit der Vorderseite nach außen auf eine Papprolle, damit die Perlen nicht gedrückt werden. Ein Knick, der sechs Monate bestanden hat, verschwindet auch später beim Spannen nicht.
  • Zwischen den Sitzungen nicht im Stickring lassen. Innerhalb einer Woche hinterlässt der Ring einen Abdruck, der auf heller Leinwand sichtbar ist.
  • In Stoff oder Papier aufbewahren, nicht in einer verschlossenen Tüte. In Plastikfolie ohne Luftaustausch sammelt sich Kondenswasser.
  • Vor direkter Sonne schützen. Der Druck auf der Leinwand verblasst schneller als die Perlen, am deutlichsten auf offenem Hintergrund.
  • Vor jeder Sitzung die Hände waschen und die Arbeit nicht auf dem Schoß halten. Die meisten Flecken auf Perlenbildern sind Hautfett, das sich allmählich ansammelt und gegen Ende des Projekts sichtbar wird.
  • Perlen in geschlossenen, beschrifteten Behältern aufbewahren. Auf dem Tisch verstreute Perlen gehen verloren, und derselbe Farbton ist nicht immer nachzukaufen.

Häufige Fragen

Darf ein Perlenstickbild gewaschen werden?

Nein. Es wird nur trocken gereinigt: mit einem weichen Pinsel, einem Staubsauger mit Gaze oder kalter Luft. Wasser verformt die Spannung, beschädigt den Druck auf der Leinwand und kann die Beschichtung der Perlen ablösen.

Darf Perlenstickerei gebügelt werden?

Nein, unter keinen Umständen und von keiner Seite. Hitze zerstört die Oberfläche der Perlen, und der Druck des Bügeleisens lässt einzelne Perlen springen und drückt die Stickerei platt. Knicke in der Leinwand werden durch Spannen auf einen Keilrahmen beseitigt, nicht durch Bügeln.

Wie entstaube ich ein Bild hinter Glas?

Reinigen Sie das Glas von außen mit normalem Glasreiniger, den Sie auf das Tuch und nicht auf die Scheibe geben, damit keine Flüssigkeit unter den Falz läuft. Wegen Staub müssen Sie den Rahmen nicht öffnen: Unter Glas bleibt die Stickerei selbst jahrelang sauber.

Auf der Arbeit ist ein Fettfleck. Was nun?

Zuerst trockene Stärke oder Talkum für zwei bis drei Stunden, dann abbürsten. Hilft das nicht, behandeln Sie die Stelle mit einem kaum mit klarem Wasser angefeuchteten Wattestäbchen, testen Sie aber vorher am Rand der Leinwand, ob der Druck nicht verläuft. Keine Seife, keine Fleckentferner, keine Lösungsmittel.

Darf Kreuzstich gewaschen werden?

Ja. In kühlem Wasser bis 30 °C, mit einem milden Waschmittel ohne Bleiche, ohne Reiben und Auswringen. Von links durch ein Tuch bügeln, wobei die Arbeit auf einem Frotteehandtuch liegt, damit die Stiche ihr Relief behalten.

Wie bewahre ich ein Projekt auf, das ich länger beiseitegelegt habe?

Mit der Vorderseite nach außen auf eine Rolle gewickelt, in Stoff oder Papier, ohne Stickring, geschützt vor Sonne und Feuchtigkeit. Bewahren Sie die Perlen separat in beschrifteten Behältern auf, zusammen mit dem Muster und dem restlichen Faden.

Die hier beschriebenen Sets sind Perlenstickerei und Kreuzstich; Nadeln, Sortierboxen und kleine Helfer zur Aufbewahrung finden Sie unter Zubehör und Werkzeug.

embroidery care, cleaning beadwork, washing cross stitch, storage